VFL Mannweiler



Stolz haben die Spieler die "Kreisligameister"-Aufkleber auf die Heckscheiben ihrer Autos geklebt. Den Aufstieg in die Bezirksklasse haben Spieler, Trainer, Betreuer und Fans des VfL Mannweiler-Cölln groß gefeiert.

"Wir hatten vor der Saison einen Platz zwischen 5 und 8 angestrebt. Über eine eventuelle Meisterschaft haben wir erst in der Winterpause nachgedacht", so Trainer Norbert Kroll. Dabei sei seine Truppe nicht unbedingt so konstant gewesen, aber wenn der VfL mal nur unentschieden gespielt habe, habe die Konkurrenz auch nicht dreifach gepunktet.

Was war letztlich das Erfolgsrezept? Kroll: "Elf Freunde auf dem Platz. Für so ein kleines Dörfchen ist das schon toll." Spielleiter Bernd Schwarz fügt hinzu: "Die Mannschaft hat mit unglaublicher Disziplin gespielt. Was die Jungs vorher gesagt bekommen haben, haben sie auf dem Platz hervorragend umgesetzt. Moral und Einsatz haben zusätzlich gestimmt. Unser großes Plus war zudem, dass wir vom Verletzungspech verschont geblieben sind." Denn Schwarz ist auch bewusst, dass die Mannschaft schon bei zwei, drei Ausfällen Probleme bekommen hätte.

Einen Einbruch hat der VfL in der vergangenen Saison zudem nicht gehabt. "Obwohl wir in der Wintervorbereitung wegen der schlechten Witterungsverhältnisse nicht richtig trainieren konnten, habe ich schon nach den ersten paar Spielen gemerkt, dass wir Meister werden können", erklärt der Trainer. Spätestens nach dem 1:1 in Kirchheimbolanden war sowohl Trainer als auch Spielern klar, dass der VfL in der Spitzengruppe mitspielen kann.

Den Mannweilerer Hartplatz sieht Kroll dabei aber nicht als Vorteil: Es sei dadurch schwerer, neue Spieler zu bekommen. Und die Mannschaft habe auch schon auf Rasenplätzen sehr gute Spiele gezeigt.

"Ich hätte das der Mannschaft eigentlich nicht zugetraut. Aber wenn man vom neunten Spieltag an ununterbrochen vorn steht, hat man die Meisterschaft auch verdient", betont der Spielleiter, der für den Trainer zudem einen sehr großen Rückhalt darstellt: "Bernd ist immer da und macht unglaublich viel. Aber das ganze Umfeld stimmt in Mannweiler einfach."

Mit gerade 37 Gegentoren stellte der VfL in der abgelaufenen Saison die beste Abwehr der Liga. Dafür hätte Schwarz das Runde gern öfter als 91-mal im Eckigen landen sehen: "Aus unseren Chancen hätten wir viel mehr Treffer machen müssen." Gern bleiben die Spiele gegen Bolanden, Kirchheimbolanden und Niederhausen beim Spielleiter im Kopf: "Da haben wir gespielt wie die Herrgötter."

Besonders freut Kroll, dass auch der TuS Bolanden als Zweiter den Weg mit in die Bezirksklasse geht: "Bolanden hat den Aufstieg verdient, weil sie schon zwei-, dreimal knapp dran waren. Zudem haben wir untereinander ein sehr gutes Verhältnis."

Die Meisterschaft bedeutet für den VfL den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Trainer und Spielleiter wissen aber auch, dass das erste Jahr in der Bezirksklasse sehr schwer wird - und deswegen lautet das erklärte Ziel: "Nichtabstieg".

"Wir haben auch keine Knaller-Verstärkungen bekommen wie andere Vereine in dieser Klasse. Von unseren Neuzugängen kommt keiner aus einer höheren Klasse", so Kroll. Denn in Mannweiler-Cölln wird eben für die Spieler kein Geld bezahlt. Dennoch habe sich der Kader der Ersten Mannschaft auf 15, 16 Mann erweitert. Ein Drittel der Mannweilerer Mannschaft kann zudem wegen Hausbau und Schichtarbeiten nicht so gut trainieren. Kroll: "Die müssen dann eben versuchen, das in Extraeinheiten wieder aufzuholen."

Unter den Neuzugängen sind für Kroll zwei Spieler dabei, die früher oder später durchaus den Sprung in die Erste Mannschaft schaffen könnten: Suat Ertürk, der von Imsweiler nach Mannweiler kam, könne durchaus mit dem Ball umgehen. "Michael Hoos spielt erst seit zwei Jahren Fußball. Aber wenn er dabei bleibt, kann er irgendwann den Sprung schaffen", erklärt der VfL-Trainer. Ein weiteres Problem ist für Kroll, dass der VfL keinen zweiten Torwart habe. Spielleiter Schwarz bringt die Sache auf den Punkt: "Es wird schwer für uns. Wenn die Mannschaft die Leistung der Vorrunde der letzten Saison abrufen kann, wird es klappen."

Kroll fügt hinzu: "Die Chancenverwertung ist in dieser Klasse wichtig. Wir werden nicht viele Möglichkeiten bekommen, aber die müssen wir dann nutzen. Jeder Fehler, den du machst, wird bestraft." Das mussten Kroll und Schwarz schon bei der Pokalpleite gegen Steinwenden feststellen. Den VfR Kaiserslautern, FV Rockenhausen, TuS Rüssingen und TuS Göllheim zählt der VfL-Trainer dabei zu den Favoriten. Das Spiel des Jahres wird für seine Jungs das Aufeinandertreffen mit dem Lokalrivalen aus Rockenhausen werden: "Da muss ich den Jungs nur sagen: "Wir spielen gegen Rockenhausen." Der Rest läuft automatisch."

Das erste Spiel hat der VfL zuhause gegen Wiesenthalerhof. "Eine junge, gute Mannschaft", wie Schwarz betont. Überhaupt ist der Spielleiter der Fachmann für die Analyse des Gegners, da sich Kroll über die Konkurrenz in der Bezirksklasse erst kundig machen muss. Beim ersten Spiel werden gleich einige wichtige Spieler ausfallen. Dann wissen auch Kroll und Schwarz, dass "elf Freunde auf dem Platz" in solch einem Spiel umso wichtiger sind

Zugänge: Suat Ertürk (SV Imsweiler), Michael Hoos (SV Stahlberg-Ransweiler), Holger Iwers, (SG Niederhausen), Matthias Lamb (TuS Alsenz), Manuel Kutien (JSG Appeltal).

Abgänge: Ronny Altkrüger (SV Gundersweiler), Patrick Billenwillms (FV Hochstätten).



Der Kader

Markus Geisweid (30 Einsätze), Dirk Koch (30), Thomas Kuntz (30), Dieter Rauch (30), Sascha Rauch (30), Björn Kowalkowski (29), Jens Lindner (29), Ralf Sattler (29), Stephan Lindner (28), Marco Kluge (27), Hans Jürgen Jochim (25), Ingo Walter (16), Michael Diehl (15), Norbert Kroll (15), Alexander Stoll (11), Klaus Schneider (9), Andreas Diehl (5), Andreas Laskowski (5), Sascha Stock (3), Ronny Altkrüger (2), Patrick Billenwillms (2), Sascha Heinz (1).

Neulinge beim VfL Mannweiler

von links : Trainer Norbert Kroll, Holger Iwers, Suart Ertürk, Manuel Kutien, Michael Hoos